Non-Hodgkin-Lymphom (NHL); was ist das?

Unter dem Sammelbegriff Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) werden alle maligen (bösartigen) Lymphome zusammengefasst, die nicht die Diagnose des Morbus Hodgkin erfüllen.
Doch wie kann eine NHL entstehen?

Eine NHL kann z. B. durch:

  • genetische Defekte
  • eine Virus- bzw. Bakterienerkrankung oder
  • Umwelteinflüsse
entstehen.

Das NHL kann durch verschiedene Diagnostikverfahren erkannt werden. Als Hilfsmittel stehen dem behandelnden Onkologen z. B.

  •        CT / MRT
  • Biopsie des Lympfknoten
  • Biopsie des Knochenmark und Knochenflüssigkeit
  • Lumbalpunktion (Rückenmarkpunktion)
  • Röntgen (Hals, Lunge und Bauch)
  • Ultraschall des Bauchraums (Sonografie)
  • Blutuntersuchungen
zur Verfügung.

Ursachen:

Grundsätzlich ist das NHL immer die ungehemmte Teilung von Lymphozyten bei gleichzeitigem Ausbleiben der Apoptose (Selbstzerstörungsmechanismus) der überzähligen Zellen. Die Folge ist, dass die Masse und Zahl der entsprechenden Lymphozyten immer mehr zunimmt und somit andere Zellen verdrängt werden.
Grund für diese ungehemmten Teilungen können

  •     genetische Defekte
  •     eine Virus- bzw. Bakterienerkrankung oder
  •     Umwelteinflüsse

sein.

Symptome:

  •     meist nicht schmerzhafte Lymphknotenvergrößerungen  („Lymphadenopathie“)
  •    Leistungsminderung
  •    Müdigkeit
  •    evtl. sogenannte „B-Symptomatik“ (Fieber, größer als 38 °C)
  •    Nachtschweiß
  •    ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 10 % in 6 Monaten)
  •    Infektneigung und Infektanfälligkeit
  •    Blutveränderungen
Eine befallene Region im Sono (Ultraschall):

Bildherkunft: Wikipedia 
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ultrasound_throat_-_lymphadenopathy_(non-hodgkin-lymphoma)_-_07.jpg&filetimestamp=20061008093811)


Querschnitt eines Lympfknotens nach operativen Entfernen:

Bildherkunft: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/w/index.phptitle=Datei:Malignant_lymphoma,_high_grade_B_cell_1.jpg&filetimestamp=20060605100323)

 

Staging:
Damit eine geeignete Therapieform (Chemotherapie und/oder Bestrahlung) gewählt werden kann, muss ein Staging erhoben werden.

Ein Staging besagt nichts anderes, als das bestimmt wird, in welchem Stadium des Krebes der Patient sich befindet.

Es gibt vier verschiedene Stadien mit zusätzlichen Eingruppierungen.

Die Stadien unterteilen sich in: 

–  I Stadium (Befall einer Region im Körper oberhalb o. unterhalb der Milz)

–  II Stadium (Befall von zwei Regionen im Körper oberhalb o. unterhalb der Milz)

–  III Stadium (Befall von drei Regionen im Körper oberhalb oder unterhalb der Milz)

–  IV Stadium (Befall von mehr als drei Regionen im Körper oberhalb oder unterhalb der Milz)

Die zusätzlichen Eingruppierungen sind von den Symptomen des Patienten abhängig.

Hat der/die Betroffene absolut keine zusätzlichen Symptome wie z. B. Gewichtsverlust innerhalb der letzen sechs Monate um 10 Prozent oder kalter Schweiß in der Nacht beim Aufwachen, wird dem Staging ein „A“ angefügt.

Sind dagegen Allgemeinsymptome vorhanden, erhält die Krankheit den Zusatzbuchstaben „B“.

Ist die Milz in Mitleidenschaft gezogen, dann wird der Buchstabe „S“ angehangen.

Befindet sich auch ein Befall außerhalb von Lympfknoten und Milz, dann wird der Buchstabe „E“ angehangen.

In meinem Fall lautete die Diagnose:

 

Hochmaliges Non Hodgkin Lymphom I „B.

 

Therapie:

Einige NHL können mittlerweile kurativ, d. h. mit Aussicht auf komplette Heilung behandelt werden. Die Heilungschancen hängen aber von vielen verschiedenen Faktoren ab, z. B. dem Typ des Lymphoms, dem Alter des Patienten, dem Stadium des Lymphoms (es erscheint logisch, dass ein nur wenig ausgebreitetes Lymphom bessere Behandlungs- und Heilungschancen bietet als ein schon Gestreutes), den Begleiterkrankungen des Betroffenen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass hochmaligne (= schnell wachsende, aggressive) Lymphome sich gut chemotherapeutisch behandeln lassen und auch komplett geheilt werden können, während niedrig maligne (= langsam wachsende) Lymphome sich mit konventioneller Strahlentherapie/Chemotherapie i. d. R. nicht komplett heilen (aber häufig trotzdem gut behandeln) lassen.

Der Grund für diese zunächst nicht verständliche Tatsache liegt darin, dass hochmaligne Lymphome zwar sehr schnell wachsen, aber gerade dadurch sehr empfindlich gegenüber Behandlungswegen sind, die sich gegen schnell teilende Zellen richten (Chemotherapie und/oder Strahlentherapie).Bei niedrigmalignen Lymphomen sind die Lymphomzellen deutlich weniger empfindlich gegenüber Chemo-/Strahlentherapie und i. d. R. überlebt immer ein gewisser Anteil der Zellen die Behandlung.

Chemotherapie:

Therapieschema bei hochmalignen NHL ist meist das CHOP-Schema. Hierbei werden die Medikamente

  •    Cyclophosphamid (=C)
  •    Doxorubicin (Hydroxidaunorubicin = H)
  •    Vincristin (Oncovin = O)
  •    sowie Prednisolon (=P)

als Kombinationschemotherapie eingesetzt.

Zunehmend werden monokulare Antikörper zusätzlich zur Chemotherapie eingesetzt (bei B-NHL der CD20- Antikörper Rituximab [ R-CHOP ] oder in Form einer  Radioimmuntherapie ), da es sich heraus gestellt hat, dass die Prognose sowohl bei hoch- als auch bei niedrigmalignen NHL verbessern.

In meinem Fall wird z. B. die R CHOP mit der Retuximapimmuntherapie  angewandt, da ich mich bereit erklärt habe, an einer klinischen Studie teil zu nehmen.