Tag 1 – 9 nach der ersten Chemotherapie

Die erste große Chemotherapie habe ich echt gut weg gesteckt. Ich fühle mich körperlich eigentlich fast gesund, nur hin und wieder merke ich, daß irgend was auf der linken Seite im Hals ist, was „ziept“.

Die ersten Nebenwirkungen der Chemo haben sich auch bereits eingestellt.

Ich hatte in der ersten Woche echte Probleme mit meiner Verdauung. Hinzu kam noch, daß ich große Schwierigkeiten (auch in der ersten Woche nach der Chemo) mit dem Einschlafen hatte. Stundenlang lag ich im Bett wach und starte die Decke an. Dies hat sich aber mittlerweile gegeben und ich schlafe recht schnell wieder ein.

Leider habe ich auch die Nebenwirkung „Magen-Darm-Schmerzen“. Aber es ist auszuhalten. Besser hier und da das Gefühl zu haben, daß es im Darm „klemmt“, dafür weiß ich aber, daß das weit aus größere Übel, der Krebs, vernichtet wird – notfalls gibt es ja noch meine Diclofinac.

Hinzu kommt noch die Gefahr von Thrombosen und mir ist seit der ersten Chemo ständig kalt…..wenn man bedenkt, dass mir vor der Chemo eigentlich immer schön warm war…..

Heute Morgen habe ich auch bereits bemerkt, daß sich hier und da ein paar Körperhaare verabschiedet haben, doch das ist mir absolut egal. Ich habe noch nie viel auf meine Behaarung geben….doch falsch, meine Brusthaare, auf die war ich immer stolz….naja, egal, und tschüss.

Ich gehe mittlerweile täglich über eine halbe Stunde spazieren, da mir sonst zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. OK, ich kann zwar schön TV schauen (aber wer um die Zeit mal TV schaut, weiß, was für ein Schwachsinn da läuft….vom Familienermittler bis zu zerütteten Familen bis hin zu VIPs, die nicht wissen wohin sie mit ihrem Geld sollen), doch ist das auch nicht so das wahre.

Meine Essensgewohnheiten stelle ich ebenfalls nach und nach um. Ich frühstücke nun jeden Morgen und esse auch als Zwischenmahlzeit Obst. Zum Mittagessen – man mag es nicht glauben – ist der Sack sogar Gemüse….aber nichts aus der Dose, sondern frisch gemacht.

Es gibt auch Neuigkeiten von der Raucherfront. Ich kann mit Stolz verkünden, daß ich nun seit über 9 Tagen „Nichtmehrraucher“ bin. Jedes Mal, wenn ich das Bedürfnis bekomme, rauchen zu wollen, frage ich mich nach dem Sinn des Rauchens. Dann stelle ich mein Ergebnis in Frage, was ich bisher geschafft habe. Schon ist die Lust am Qualm vergangen….wenn man bedenkt, daß der Qualm wirklich nichts Positives an sich hat! Aber nein, ein militanter Nichtraucher werde ich auf keinen Fall; dazu war ich viel zu lange ein Genussraucher………

Am 15.09.2010 erhalte ich wieder eine Gabe Retuximab und einen Tag später die zweite große Chemo.

Aber der Unterschied zur ersten Chemo ist, daß ich dies ambulant durchführen darf und kann…..ich werde wieder berichten…..nicht umsonst habe ich immer mein Smartphone mit im KH……