Die Diagnose

Ich befand mich nun am 16. August 2010 in der HNO Ambulanz im KKH GM und wartete darauf, bis ich aufgerufen wurde. Ich hatte um 11 Uhr den Termin, wurde doch aber schon um 10:45 Uhr durch eine Schwester aufgerufen.

Eine nette Ärztin begrüßte mich und führte mich in einen Behandlungsraum hinein.

Sie schaute mich an und sagte mir nur einen Satz:

„Ich habe leider keine guten Nachrichten für Sie, Sie haben das Non-Hodgkin-Lymphom.“

Da ich mir nicht viel darunter vorstellen konnte, fragte ich dezent nach, um was es sich dabei für eine Krankheit handelte. Wieder ganz dezent und mitfühlend wurde mir dann eröffnet, dass diese Krankheit „Krebs“ bedeutet.

In diesem Moment sah ich zwar, wie die Ärztin die Lippen bewegte und ich auch Antworten gab, doch ich kann mich nach der Mitteilung „Krebs“ nicht mehr an einzelne Sätze oder Wörter erinnern….es ist so, als ob in mir ein Schalter um gelegt wurde, der mich alles abblocken lies. Zu dieser Zeit war ich übrigens bereits drei Tage Nichtraucher.

Ich verließ den Behandlungsraum und bewegte mich wie in Trance zu dem Empfang, wo mir entsprechende Unterlagen ausgehändigt wurden. Zeitgleich wurde mit der Onkologie im KKH gesprochen, in welcher ich mich am gleichen Tage vorstellig machen sollte. Da dies allerdings noch nicht abschließend geklärt war, wurde ich auf Abruf nach Hause geschickt.

Ich nahm alle Unterlagen entgegen und und bewegte mich auf meine Frau zu. Ich habe bis zu diese Zeitpunkt „Haltung“ bewahrt, doch dann konnte ich nicht mehr. Ich brach in Tränen aus und teilte meiner Frau die Diagnose mit.

Auch meine Frau war sehr bewegt, signalisierte mir aber sofort absolute Unterstützung und tröstete mich auf den Weg zum Ausgang.

Vor lauter Wut und Enttäuschung über meinen Körper und die Krankheit, kaufte ich mir im Kiosk eine Schachtel Zigaretten und rauchte mir eine Frust- und Beruhigungszigarette. Nun wurde ich wieder Raucher……