Die zweite Chemotherapie

Heute war es wieder so weit. Die berechneten 21 Tage waren um und ein weiterer Zyklus konnte bei mir gestartet werden. Ich fuhr also am 14.09.2010 mit einem Taxi in die Kinik und begab mich in die onkologische Abulanz. Viele liebe und nette bekannte Gesichter traf ich dort wieder und fühlte mich doch wieder ein großen „Batzen“ beruhigter.

Noch bevor ich allerdings auf meinen beschrifteten Stuhl Platz nehmen durfte und konnte, solle ich erst einmal richtig durchgecheckt werden. Ich wurde gewogen und stellte mit großer Freude Fest, dass ich vier Kilo zu genommen habe. Nun wiege ich wieder meine stolzen 96 kg.

Herz, Lunge und Milz sowie Bauch wurden nochmals abgehört und es konnte nichts beunruhigendes gefunden werden. Eine Blutabnahme ergab ebenfalls, dass diese für den derzeitigen Umstand echt klasse sind.

Noch bevor ich aber an meinen Sitzplatz konnte, teile mir die durchaus sehr liebe Assistenzärztin Frau Dr. A. Klepper mit, daß wir noch einmal eine Lumbalpunktion benötigen, die wir allerdings nicht heute, sondern erst morgen machen würden…..

Meine gute Laune war dahin. Beim letzten Mal musste bei mir neun mal gestochen werden, dass man in den Wirbelsäulenkanal kam.

Ich malte mir wieder die schlimmsten Dinge aus, da ich berteis zwei Mal ein gebranntes Kind darin bin…..

Einmal – erlebt vielleicht vergessen, aber zweimal erlebt; nie mehr vergessen!!

Schön und gut, eine Änderung konnte ich ja sowieso nicht herbeiführen und gestattete diesen weiteren Eingriff am nächsten Tage.

Ich wurde an meinen Platz geführt und sah bereits, das schon eingiges vorbereitet wurde.

Mein Tropf war bereits mit „Durchlaufflüssigkeit“ und rechts der große Beutel mit „Antikörper (Retuximap)“ gefüllt:

Nun begann es und die Antikörper wurden durch meinen Körper gebracht. Leider war der zeitliche Ablauf genau so lange, wie bei der stationären Vergabe……genau sieben Stunden brauchte es, die Antikörper in mich rein zu drücken…………
Da ich ja immerhin wieder eine lange Zeit im KKH verbringen musste, habe ich natürlich auch Mittagessen erhalten. War richtig lecker!! Darüber kann man im Kreiskrankenhaus Gummersbach absolut nicht meckern!!!!
Nach dem auch noch die Durchlaufflüssigkeit gut durchgelaufen ist, wurde ich abgekapstelt und konnte nach Erhalt von mehrern Beruhigungstabeltten gehen.

Mann, ich muss mir jeden Morgen einen kleinen Drogencocktail machen……nervt ein wenig, aber ich weiss ja für was ich das mache.

Noch am gleichen Abend schluckte ich zwei Tavor 1,0 mg, damit ich Ruhe und Schlaf finden sollte. Teilweise hat es funktioniert, doch gab es auch nächtliche Etappen, wo ich die Decke im Schlafzimmer anstarrte.


TAG ZWEI, DER EIGENTLICHE CHEMOTAG

Nun war es soweit, Donnerstag, 15. Semptember 2010. Noch bevor ich in das Taxi stieg, nahm ich mir die letzten zwei verordneten Beruhigungstabletten, da ich doch schon extrem merkte, wie unruhig ich innerlich wurde. Auf dem Weg ins Krankenhaus habe ich mir – um nicht an die Lubmalpunktion zu denken – etwas Zeit genommen und habe die Anfahrweg nach GM 🙂 fotografiert:

Klar kamen wir pünktlich an und ich konnte direkt in den Behandlungsraum gehen und wartet dort auf den Anschluss der Kabel an meinem Arm.

Wie ich festestgestellt habe, war es exakt wieder die gleiche Mischung, wie ich sie zur ersten Chemo erhalten habe.

Nachdem diese Chemo nun durch meinen Körper gegangen ist, hatte ich anschließend das „Vergnügen“ der Punktion.

Leider ist es nicht so gelaufen, wie ich und auch die Ärzte es gewünscht hätten. Leider konnte erst nach dem fünften Anlauf der Wirbelkanal getroffen werden….

Erst dann konnte eine weitere Probe dieser Flüssigkeit gezogen werden und eine weitere Chemogabe (profylaktisch) wurde in meinem Gehirnwasser eingespritzt. Im Nachhinein wurde mir erklärt, dass ich zweimal in das Hirnwasser eine Chemogabe erhalten habe, da man „Angst“ hatte, daß diese NHL auch in mein Hirn „rutschen“ könnte, weil der Ursprungsherd zu nah am Hirn war.

Nun muss ich wieder 21 Tage waren, bis der nächste Zyklus beginnt…….